Unterstützung für Bieter (Hessische Vergabeplattform & Bietercockpit)
Das Ziel ist es, die Hürden für Unternehmen (besonders KMU) zu senken, damit mehr qualitativ hochwertige Angebote eingereicht werden.
- Intelligenter "Compliance-Pre-Check": Bevor der Bieter sein Angebot final verschlüsselt und hochlädt, scannt eine KI die Dokumente. Sie gibt Warnhinweise: "Achtung, in Anlage B fehlt die Unterschrift" oder "Das Referenzschreiben scheint älter als die geforderten 3 Jahre zu sein". Dies reduziert formale Ausschlüsse.
- KI-gestütztes Matching (Tender-Scout): Statt dass Bieter manuell nach CPV-Codes suchen, lernt die Plattform aus dem Unternehmensprofil. Sie schickt personalisierte Push-Nachrichten: "Diese Ausschreibung von Hessen Mobil passt zu 95% zu Ihren bisherigen Aufträgen".
- Smart Q&A Bot für Bieterfragen: Ein KI-Chatbot auf der Plattform beantwortet Standardfragen sofort (z.B. "Wo finde ich das Formular 633?" oder "Bis wann muss die Sicherheitsleistung hinterlegt sein?"). Er greift dabei auf die spezifischen Vergabeunterlagen des Verfahrens zu.
- Angebots-Struktur-Assistent: Die KI hilft Bietern, ihre technischen Beschreibungen so zu strukturieren, dass sie exakt auf die Bewertungskriterien der Vergabestelle antworten.
Es gibt schon eine KI gestützte Suchmaschine für öffentliche Ausschreibungen vergabepilot.ai
Unterstützung für Vergabestellen (Vergabemanager)
Hier geht es darum, die Fachabteilungen bei der Flut an Daten zu entlasten und die Objektivität zu erhöhen.
- Automatisierte Angebotsauswertung (Extraction & Mapping):
Die KI extrahiert Preise, Fristen und technische Kennzahlen aus den Bieter-PDFs und überführt sie automatisch in einen Preisspiegel. Das mühsame Abtippen entfällt.
- Anomalieerkennung im Preisspiegel: Die KI markiert "unverhältnismäßig niedrige Angebote" (§ 60 VgV) oder auffällige Preissprünge zwischen Losen. Sie erkennt auch Muster, die auf Preisabsprachen zwischen Bietern hindeuten könnten.
- KI-Sekretär für Bieterfragen: Eingehende Fragen von Bietern werden von der KI vorformuliert. Der Sachbearbeiter muss die Antwort nur noch prüfen und freigeben. Die KI sorgt dabei für einen einheitlichen und rechtssicheren Tonfall.
- Semantische Suche in Altfällen: Vergabestellen können fragen: "Wie haben wir ähnliche IT-Dienstleistungen im Jahr 2023 ausgeschrieben und welche Eignungskriterien haben sich bewährt?". Die KI findet nicht nur Stichworte, sondern versteht den Kontext.
KI-Hilfe bei der Erstellung der Leistungsbeschreibung
Oft kopieren Vergabestellen Texte aus alten Verfahren („Scherenschnitt-Methode“), was zu veralteten Standards führt. KI kann hier modernisieren:
- Smart-Template-Generator: Die KI greift auf einen (HZD-gehosteten) Pool von Best-Practice-Ausschreibungen des Landes Hessen zu. Der Sachbearbeiter gibt nur die Eckpunkte ein (z. B. "Beschaffung von 500 Elektro-Dienstwagen") und die KI generiert einen Entwurf, der aktuelle Umweltstandards und hessische Richtlinien berücksichtigt.
- Verbot von Produktneutralität prüfen: Die KI scannt den Text auf Markennamen oder spezifische Patente, die den Wettbewerb einschränken könnten. Sie schlägt stattdessen neutrale Formulierungen vor ("oder gleichwertig").
- Rechtssicherheits-Check: Abgleich mit aktuellen Erlassen (z. B. hessisches Vergabe- und Tariftreuegesetz). Die KI markiert Stellen, an denen verpflichtende Klauseln fehlen.
- Markterkundungs-Assistent: Die KI scannt das Internet nach dem "Stand der Technik", um sicherzustellen, dass die geforderten Spezifikationen überhaupt am Markt verfügbar sind (Vermeidung von "toten" Ausschreibungen).
Prüfung des Leistungsverzeichnisses